Netzwerk „Rohstoffquelle:Produkt“ nimmt seine Arbeit auf

Dr. Harry Lehmann, Umweltbundesamt: Recycling reicht nicht mehr


Groß Meckelsen/Kuhmühlen – Für die deutsche Wirtschaft tickt die Uhr: „Fast alle Rohstoffe, die in der Wirtschaft benötigt werden, stehen vor einer immensen Preissteigerung“, sagte Dr. Harry Lehmann vom Umweltbundesamt bei der Auftaktveranstaltung des Netzwerks „Rohstoffquelle:Produkt“ am 14. März im Hotel „Zur Kloster-Mühle“ in Groß Meckelsen/Kuhmühlen. Ziel des Netzwerks ist es, gemeinsam mit regionalen Unternehmen unternehmerische Rohstoffstrategien zu entwickeln.

Selbst für kleine und mittlere Unternehmen sei es ratsam, ihre Produktions- und Arbeitsprozesse oder Lieferketten zu analysieren und die Schonung von Ressourcen in den Vordergrund zu stellen „Recycling reicht nicht mehr, wir brauchen eine große Transformation“, so Lehmann in seiner Rede. Sonst stünden nicht nur das globale Ökosystem und die Weltressourcen vor einem Kollaps, sondern es drohten massive Lieferengpässe bei Rohstoffen und weltweite Konflikte um Eigentumsrechte an diesen. „Dass sich Investitionen und Umstrukturierungen in diesem Bereich für Unternehmen nicht rechnen, ist ein Vorurteil“, ergänzte Lehmann.

Die Unterstützung der Unternehmen aus dem Nordosten Niedersachsens bei diesen Umstellungen zu ressourcenschonenden Produktionsweisen und einer effizienten Weiterverwertung ist Kern des Netzwerkes „Rohstoffquelle:Produkt“. Die Initiative wurde vom EU-Großprojekt Innovations-Inkubator an der Leuphana Universität Lüneburg, der ARTIE - Regionales Netzwerk für Technologie, Innovation und Entwicklung, dem Transferzentrum Elbe-Weser (TZEW), der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade sowie den Industrie- und Handelskammern Lüneburg-Wolfsburg und Stade ins Leben gerufen.

Im August vergangenen Jahres haben die Netzwerkpartner zu der Thematik bereits einen Unternehmenswettbewerb ausgeschrieben sowie eine Bedarfserhebung bei über 60 regionalen Betrieben durchgeführt. Bei der Auftaktveranstaltung diskutierten nun 45 Teilnehmer in wechselnden Gesprächsrunden über rohstoff- und recyclingbezogene Themen. Unternehmensvertreter, die  Professoren Dr. Klaus Kümmerer und Dr. Dr. Thomas Schomerus von der Leuphana Universität Lüneburg, Vertreter des TZEW, der IHK, der HWK sowie der Wirtschaftsförderungen der Landkreise Cuxhaven, Harburg, Stade und Uelzen  standen in regen Austausch miteinander. Dabei brachten die Unternehmen direkt Themen für die zukünftige Arbeit des Netzwerkes ein. „Wir werden die gemeinsam mit den Unternehmen erörterten Themenbereiche unmittelbar aufnehmen und bei Bedarf individuell in den Betrieben oder in Arbeitsgruppen vertiefen“, sagt Arne Engelke-Denker vom TZEW. Vor der Sommerpause sei zudem ein weiteres Netzwerktreffen geplant.

Das Thema stieß bei den Unternehmen vor Ort auf reges Interesse. So hob Volker Kern, Geschäftsführer der Recycling-Centrum Seevetal GmbH hervor: „Die Auftaktveranstaltung zum Netzwerk „Rohstoffquelle:Produkt“ hat mich positiv überrascht. Gut gefallen hat mir insbesondere die Vielfalt der angebotenen Themen. Es ist ein spannender wie interessanter Ansatz, mit Gleichgesinnten Meinungen auch kontrovers diskutieren und die Möglichkeit zu haben, netzwerkintern mit Unternehmern Themen zu besprechen und Lösungen zu finden“. Positiv äußerte sich auch Friedrich Priehs, Geschäftsführer der PS Papierschaum GmbH in Achim: „Mir hat der Abend sehr viel gebracht. In so kurzer Zeit so viele intensive, fruchtbare Kontakte zu knüpfen, schafft man in kaum einer anderen Veranstaltung“.

Für die Zusammenarbeit im Netzwerk sind produzierende kleine und mittlere Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen für Material- und Recyclingfragen oder betriebswirtschaftliche, rechtliche und logistische Belange sowie Recycling- und Aufbereitungsunternehmen willkommen. Nähere Informationen zum Netzwerk unter www.rohstoffquelle-produkt.de.

Fotos von der Auftaktveranstaltung finden Sie hier.

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